FC Herrliberg 1FC Greifensee 1
4 - 3Full Time |
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Recap
FC Herrliberg 1 – FC Greifensee 1 4:3 (2:1)
Nach der Vollrunde unter der Woche war für Herrliberg bereits vor dem Greifensee-Spiel klar, dass man nicht mehr um den Aufstieg mitspielen würde. So war es eine Herausforderung, die Spannung hochzuhalten. Dennoch wollte das Heimteam die Meisterschaft nicht verfälschen und daher nochmals zeigen, was man kann. Zudem hat sich leider zwischen den Fanionteams aus Herrliberg und Greifensee in den letzten Jahren in der 2. Liga eine kleine Feindschaft auf dem Platz entwickelt, weshalb man nicht gewillt war, Gastgeschenke zu machen.
Das Heimteam startete flott und ging bereits nach drei Minuten durch I. Lustgarten per Kopf nach einem Eckball in Führung. Leider sah der Unparteiische ein Foulspiel und aberkannte den Treffer. Nur wenig später war der Referee bereits wieder im Mittelpunkt, als er nach einem Zweikampf ein Foul im Strafraum an Gaube sah und auf den Punkt zeigte. Ob es ein Elfer war, wissen wohl nur die involvierten Protagonisten. Gamboni war dies egal und so erzielte er Saisontreffer Nummer 17 und ist damit noch voll im Rennen um die Torschützenkrone.
Das Spiel flachte nach intensiven Startminuten rasch ab. Das Heimteam schaffte es nicht, den Fokus hochzuhalten und leistete sich zahlreiche Fehlpässe und ungenaue Zuspiele. Dazu wurden viel zu viele Bälle ideenlos ins Sturmzentrum geschlagen, wo sie zu 90 Prozent in den Armen von Da Costa landeten. Greifensee auf der anderen Seite schaffte es, trotz dem intensiven Spiel am Donnerstagabend gut mitzuhalten und der Ausgleich in der 23. Minute war nicht unverdient. Das Heimteam verlor daraufhin noch mehr den Faden und musste froh sein, nicht gar in Rückstand zu geraten. Genau in dieser Phase traf O. Wyss in der 30. Minute per Kopf nach einer weiteren gelungenen Vizner-Ecke.
Nach der erneuten Führung hatte das Heimteam dann die beste Phase des Spiels. Bis zur Pause fand man zur alten Heimstärke zurück und kombinierte sich immer wieder herrlich auf engstem Raum durch. Endlich kamen die Zuschauer wieder in den Genuss der Herrliberger Heimstärke. Das 3:1 vor der Pause gelang dann nicht mehr.
Die zweite Halbzeit konnte man dann nur noch mit viel Goodwill als 2. Liga-Niveau beschreiben. Dem Heimteam gelang nicht mehr viel und wieder leistete man sich zahlreiche Unzulänglichkeiten. Dem Gast vom anderen See merkte man doch etwas den Tag weniger Pause an, weshalb das Spiel immer verfahrener wurde. Herrliberg konnte nur wenige Angriffe schön zu Ende spielen und einer davon bedeutete das zwischenzeitliche 3:1 mit einem tollen Angriff über Gamboni, Lou Brauchli, Gaube und den mit rechts einnetzenden Vizner. Nur fünf Minuten später aber wieder Tor Greifensee, nach einem nicht weniger schönen Angriff als beim Heimteam.
Nach einem bombastischen Weitschusstor von A. Lustgarten in der 88. Minute schien mit dem 4:2 die Messe gelesen zu sein. Doch Greifensee schlug das heilige Buch nochmals auf und verkürzte in der Nachspielzeit zum 4:3. Und nun lag der Ausgleich zum 4:4 in der Luft. Eigentlich fiel er auch noch. Die Bank von Greifensee sprang in der 96. Minute bereits auf, als der Ball nach einem Eckball sich auf den Weg Richtung Tor machte. Wie aus dem Nichts tauchte aber plötzlich Vizner auf der Linie auf und rettete in absoluter Extremis. Viel Pech für die Gäste, da das Spiel kurz darauf zu Ende war. Es wäre falsch zu sagen, der Sieg wäre unverdient, aber ebenso wäre es falsch zu behaupten, Greifensee hätte sich einen Punkt nicht verdient gehabt. Denn die in Türkis spielenden Gäste hielten gut mit und zeigten nach den Gegentoren immer viel Moral und eine umgehende Antwort.
Für einmal schien es sogar eine friedlichere Partie zwischen diesen beiden Teams zu bleiben als in der Vergangenheit, auch wenn sich die Bank der Gäste noch den gelben Karton abholte. Leider konnten es nicht alle Spieler des Gastteams auf dem Weg zurück zu den Spielerbänken lassen, die abgenutzte Geige hervorzuholen und wieder die alte Leier zu spielen, welche wie bei den letzten zwei Herrliberger Siegen die Schuld bei Schiedsrichtern suchte, die bewusst den FCH bevorzugen sollten. Diese Meinung darf man durchaus vertreten, es ist ein freies Land, in dem Meinungsfreiheit grossgeschrieben wird. Das Ganze entzieht sich aber jeglicher Logik, da das SR-Gespann vom OFV gestellt wurde und aus dem hintersten Zipfel der Ostschweiz, gleich an der Grenze zum Nachbarland Österreich, kommt. Mehr als dass Herr Blocher in Herrliberg wohnt, wussten die Herren über die PLZ 8704 wohl nicht, geschweige denn, dass sie irgendwelche Trainer oder Spieler kennen würden. Daher liess sich das Heimteam diese Provokation nicht einfach bieten, weshalb es nochmals kurz hektisch wurde. Die Nerven beruhigten sich dann schnell wieder und es mussten keine zusätzlichen Karten verteilt werden. Zum Schluss muss man anerkennen, dass die drei OFV-Referees einen soliden Match ablieferten und ihr Niveau definitiv höher war als das, was die beiden Teams fussballerisch auf dem Teppich zeigten.
Greifensee wird auch dieses Jahr den Klassenerhalt schaffen, das haben die Unabsteigbaren einfach drauf und dafür zollt man ihnen, auch aus Herrliberg, den nötigen Respekt. Sowohl beim FCH als auch beim FCG steht nächste Saison ein neuer Staff an der Seitenlinie. Es ist zu hoffen, dass dadurch die Duelle unter einem neuen Stern stehen und etwas freundschaftlicher über die Bühne gehen werden.
Meisterschaftsspiel 24, 06.06.2026, FC Herrliberg 1 – FC Greifensee 4:3 (2:1)
Langacker, Herrliberg: Tore. 10. 1:0 Gamboni, 23. 1:1 Greifensee, 31. 2:1 O. Wyss, 53. 3:1 Vizner, 55. 3:2 Greifensee, 87. 4:2 A. Lustgarten, 90.+1. 4:3 Greifensee
Herrliberg: Lichtin; Lou Brauchli (57. Carlson), I. Lustgarten, Cavaliere, A. Lustgarten; Perucchini, Farah (75. Haussmann), Lenny Brauchli (68. Furrer), Vizner, Gamboni; Gaube (88. Daull)
Bemerkungen: Gelbe Karten: Farah, I. Lustgarten, 3xGreifensee


