FC Gossau 1FC Herrliberg 1
3 - 4Full Time |
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Recap
FC Gossau 1 – FC Herrliberg 1 3:4 (0:3)
Der erste Ernstkampf nach einer über viermonatigen Pause ist immer speziell und alle stellen sich die Frage, wie man sich nach diesem Unterbruch schlägt und wie genau Ernstkampf schon wieder geht. Mit dem Auswärtsspiel in Gossau hatten die Herrliberger eine schwere Aufgabe vor der Brust. Gossau seinerseits seit 11 Spielen und dem 1:2 anfangs Oktober in Wald ungeschlagen. Jedoch liegen die Gossauer den Herrlibergern. Seit dem Aufstieg im Sommer 2022 traf man achtmal aufeinander. Während die ersten vier Spiele unentschieden ausgingen, konnten die Seebuben nun, inkl. dieser Runde, vier Spiele in Serie für sich entscheiden. Nachdem am Freitagabend noch eine kurze Besichtigung des Rasenplatzes stattfand, welcher nicht gezeichnet und gemäht war, gingen die Herrliberger davon aus, das die Partie auf dem kleinen Kunstrasen stattfand. Entsprechend fand die Matchvorbereitung statt.
Auf dem sehr kleinen Kunstrasen gibt es keine Verschnaufpausen, ein schnelles Spiel und jeder Standard kann gefühlt vor das Tor gebracht werden. Herrliberg zeigte von Beginn weg, dass man bereit war und legte eine ordentliche Pace vor. Bereits in der 8. Minute das 1:0. Erfreulich, da die Herrliberger im Abschlusstraining speziell Eckbälle trainierten. Einerseits, um die scharf auf das Tor getretenen Corner der Gossauer zu verteidigen, andererseits kopierten die Gäste genau diese Variante und reüssierten nach 8 Min. damit. Der perfekt getretene Eckstoss von Daull konnte Gaube unhaltbar im Tor versorgen. Herrliberg powerte weiter und nach einer Balleroberung spielten sich C. Wyss, Brauchli und Gaube herrlich durch und der bestens aufgelegte Vizner verwertete im Zentrum zum 2:0. Die Gäste behielten die Kontrolle über das Spiel und der sehr routinierte Abwehrverbund mit Daull, O. Wyss, I. Lustgarten und den Perucchini Brüdern verteidigte alles weg. Von Seiten des Heimteams kam dann in Halbzeit eins aus dem Spiel heraus wenig Überraschendes und die Hausherren spielten sich keine Möglichkeiten heraus. Jedoch war Gossau nach Standards im ersten Durchgang mehrmals gefährlich, definitiv eine Waffe der Oberländer. Einerseits haben sie mehrere gute Schützen wie z.B. J. Fankhauser in ihren Reihen sowie auch entsprechende Abnehmer im Zentrum. Mit viel Disziplin und Willen verteidigten die Gäste die Standards jedoch mehrfach.
Auf der anderen Seite kam in der 40. Minute der grosse Auftritt von Gamboni. Artistisch liess er seinen Gegner an der Seitenlinie stehen, zog an Freund und Feind vorbei ins Zentrum und zog aus rund 20 Metern unhaltbar ins lange Eck ab. Was für ein Traumtor zum 3:0. Und Herrliberg hatte zusätzlich noch gute Möglichkeiten, um das Score noch weiter zu erhöhen. Mit dem verdienten 3:0 ging es in die Pause. So kann man sich definitiv aus dem Winter erheben.
Den Gästen war bewusst, dass diese Pausenführung noch keine 3 Punkte garantiert. Zu viel kann zu schnell auf diesem Terrain gegen ein formstarkes und williges Gossau passieren. Herrliberg kam jedoch stark aus der Kabine und wollte sogleich mit dem 4:0 den Deckel drauf machen. Nur wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff setzte sich Vizner gekonnt durch, sein Abschluss landete aber knapp neben dem Tor. Und in der 49. Minute traf Wyss nach schöner Vorarbeit von Brauchli und Gaube zum 4:0, jedoch taxierte der SR das leichte Stossen von Wyss in den Rücken des Verteidigers als Foulspiel, weshalb das vierte Tor aberkannt wurde. Aufgrund der bisherigen Linie sicherlich hart, aber durchaus vertretbar. Und dann, nach fünf Minuten gutem Start, nahm Herrliberg den Fuss etwas vom Gaspedal.
Auf der anderen Seite spürte man beim Heimteam, dass sie nach der ersten Halbzeit richtig angefressen waren und sich hier nicht geschlagen geben wollten. Gossau fand nun so richtig ins Spiel. In der 50. Minute rettete Goalie Lichtin stark und verhinderte den ersten Gegentreffer. Kurz darauf zückte der grundsätzlich solide SR zum ersten Mal Gelb, aus Sicht der Herrliberger einiges zu spät, gab es doch auch in Halbzeit eins bereits das eine oder andere gelbwürdige Vergehen. Das Spiel wurde ruppiger und Gossau riss das Spiel nun an sich. In der 54. Minute nach einem schönen Durchspiel das 1:3 durch Kriz, da war Lichtin chancenlos. Gossau powerte nun weiter und kam kurz darauf in der 57. Minute nach einem Fehler in der Herrliberger Hintermannschaft zur nächsten grossen Chance. In der Phase zwischen der 60. und 80. Minute kam Gossau weiter zu Möglichkeiten und tauchte zweimal alleine vor dem Tor von Lichtin auf, wobei sich der Schlussmann weiter auszeichnen konnte. Die Gäste kamen aber durch die Gebrüder Wyss, Vizner und Gaube ebenfalls zu Chancen, ohne Erfolg.
Dann kam die 80. Minute. Kurz vor dem Strafraum wird Daull vom Stürmer des FC Gossau über den Haufen gerannt. Zum Erstaunen der Gäste gab es Gelb für Daull und Freistoss Gossau anstelle eines Stürmerfouls. Hier Pech für die Gäste, denn man ahnte Böses. Und so kam es auch, denn der Nachschuss sass, nur noch 3:2. Das Momentum war nun klar bei den Gossauern und die Herrliberger sahen bereits die Felle davonschwimmen und fürchteten um den einst sicher geglaubten Sieg, ein Gossau in dieser Form darf man nie abschreiben.
Herrliberg schaffte jedoch nun etwas, was im Fussball schwierig ist. Man konnte den Schalter wieder umlegen und Herrliberg konnte nun auch zeigen, welche Resilienz und Erfahrung man sich in den letzten Monaten und Jahren erarbeitet hatte. Das Team war nun wieder voll da, übernahm erneut die Kontrolle und trat abgeklärt auf. Gossau wollte es nun fast zu sehr und liess sich von seinen Emotionen leiten. Mit sehr vielen Foulspielen und einigen gelben Karten brachte das Heimteam den Rhythmus nun immer wieder selber durcheinander. Viele Unterbrüche waren nun die Folge.
Und in der 89. Minute dann das viel umjubelte 4:2. Der eben eingewechselte Furrer spielte mit seiner ersten Ballberührung und dem schwächeren rechten Fuss einen herrlichen Chipball auf Gaube, welcher den Gegenspieler vernaschte und den Ball wunderbar ins lange Eck zirkelte. Danach holte sich der junge Gaube aufgrund des provokativen Torjubels vor der gegnerischen Bank verdient eine Gelbe Karte ab. Unnötig, aber irgendwo auch verständlich, da die FCHler auf dem Platz sowohl körperlich als auch verbal so einiges wegstecken mussten. Als Randnotiz: Das Tor von Gaube kommt in die Statistik der Jubiläumstor (2’400). Schön, wenn es solche Tore auf die Liste schaffen. https://www.fcherrliberg.ch/verein/statistiken/#1540300209207-a1a82535-82ef
Gossau zeigte jedoch Nehmerqualitäten und kam in der 94. Minute nochmals ran mit dem 3:4. Herrliberg konnte den Sieg aber nach Hause bringen, auch dank den spät eingewechselten Rohner und Schuhmacher, die mit cleveren Aktionen die nötigen Sekunden herausholten, damit es nach dem 3:4 nicht mehr brenzlig wurde.
Herrliberg konnte am Ende einen sehr emotionalen und verdienten Sieg einfahren und kann diesen Schwung hoffentlich in die kommenden Spiele mitnehmen. Weiter geht es am nächsten Samstag um 18.15 Uhr mit dem ersten Heimspiel der Rückrunde gegen Bassersdorf.
Und es gibt nochmals positive Neuigkeiten aus der Abteilung Statistik. Sowohl Oli Wyss als auch Nico Rohner und Gianluca Perucchini kamen zu ihrem Debut im FCH 1 und sind neu auf der Statistikliste, herzliche Gratulation! https://www.fcherrliberg.ch/verein/statistiken/#1540300208409-8b16b9fc-96a9
Meisterschaftsspiel 14, 21.03.2026, FC Gossau 1 – FC Herrliberg 1 3:4 (0:3)
Im Riet, Gossau. Tore: 8. 0:1 Gaube, 15. 0:2 Vizner, 42. 0:3 Gamboni, 54. 1:3 Gossau, 79. 2:3 Gossau, 89. 2:4 Gaube, 90.+4. 3:4 Gossau
Herrliberg: Lichtin; Daull, O. Wyss, I. Lustgarten, G. Perucchini; F. Perucchini; Gaube, Lenny Brauchli, Vizner (90. Schuhmacher), Gamboni (90. Rohner); C. Wyss (86. Furrer)
Bemerkungen: Gelbe Karten: Herrliberg: Gaube, Daull; 4xGossau; Gelb-Rote Karte: 1xGossau

