Aus einer Gründungsversammlung im Juli 1975 ist einer der grössten Fussballvereine im Kanton Zürich geworden. Fünf Jahrzehnte in fünf Abschnitten — und dahinter das Archiv mit jedem einzelnen Jahr.
1975 – 1984
Gründung und Aufbaujahre
Am 18. Juli 1975 wurde auf Initiative von Christian Maduz der FC Herrliberg gegründet — ein entscheidender Schritt, der bereits an der Gründungsversammlung mit der Wahl von Bruno Edelbauer zum Präsidenten und der Bereitstellung des Spielfeldes auf dem Langacker durch die Gemeinde seinen Anfang nahm.
Nach intensiven administrativen Arbeiten erfolgte im August 1976 die offizielle Aufnahme in den Schweizerischen Fussballverband, gefolgt vom ersten Meisterschaftsspiel im September, das mit einem grossen Unterhaltungsabend gefeiert wurde.
In den folgenden Jahren wuchs der Verein stetig, verstärkte die Jugendförderung und verbesserte die Trainingsbedingungen. Besondere Höhepunkte waren 1977 das erste Dorfturnier, 1983 die feierliche Einweihung des neuen Sportplatzes und 1984 der Aufstieg der 1. Mannschaft in die 1. Stärkeklasse der 4. Liga.

1985 – 1994
Grundstein für die Zukunft
Im Jubiläumsjahr 1985 feierte die 1. Mannschaft mit einem Sieg über Turbenthal den erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga. Gleichzeitig bewilligte die Gemeinde einen Kredit für eine moderne Flutlichtanlage. Am 18. Oktober 1985 wurden die Flutlichtmasten in einer spektakulären Helikopteraktion montiert — was den Spiel- und Trainingsbetrieb nachhaltig verbessern sollte.
In den folgenden Jahren wurde neben den anhaltenden sportlichen Erfolgen auch die Infrastruktur weiter ausgebaut: das Clubhüttli erhielt eine überdachte Pergola, dazu kamen eine moderne Matchuhr und der erste Vereinsbus.
An der Generalversammlung 1991 wurde mit Isabelle Neukom die erste Frau in den FCH-Vorstand gewählt. 1992 fand zum ersten Mal das bis heute jährlich stattfindende Schülerturnier in der Sporthalle Langacker statt.

1995 – 2004
Der FCH wird erwachsen
Zwischen 1995 und 2004 feierte der FCH einige bedeutende sportliche Erfolge. Grösster Meilenstein war der Aufstieg der 1. Mannschaft in die 2. Liga am 7. Juni 1998 in Volketswil. Am gleichen Tag schaffte auch die 2. Mannschaft den Sprung in die 4. Liga.
Im selben Jahr gab Rolf Jenny nach 20 Jahren als Präsident sein Amt weiter und wurde zum ersten Ehrenpräsidenten ernannt. Am 9.9.99 erzielte Marc Sauter im Heimspiel gegen Küsnacht das 999. und das 1000. Tor des FC Herrliberg.
Bahnbrechend war in diesem Jahrzehnt die Fusion der Senioren mit dem FC Küsnacht und im Jahr 2000 die Gründung der ersten Juniorinnenmannschaft. Bei der Infrastruktur wurde der zweite Platz mit einem Spiel der Gemeindebehörden eingeweiht, und 2004 konnte nach kurzer, aber intensiver Bauphase der Ersatzneubau des Clubhauses bezogen werden.

2005 – 2014
Höhenflüge und neue Strukturen
Die 1. Mannschaft trat 2007 im Schweizer Cup mutig gegen den amtierenden Schweizer Meister FC Zürich an, nachdem sie in der Saison zuvor den Fairplay-Preis gewonnen hatte. Das denkwürdige Spiel auf dem Langacker vor über 3000 Zuschauern endete 0:6 für den FCZ. Zeitgleich wurde der neue Kunstrasenplatz eingeweiht, wiederum von der Gemeinde finanziert.
2008 stiegen die FCH-Frauen in die 2. Liga auf. 2010 schaffte auch die 1. Mannschaft den Aufstieg in die 2. Liga, begleitet von der Gründung der Frauenfussballvereinigung Zürisee United mit Stäfa, Meilen und Männedorf — die 2012 erstmals in die 1. Liga aufstieg.
Ein weiterer wichtiger organisatorischer Schritt war 2014 die Anstellung eines Geschäftsführers, womit die ersten Weichen für eine professionelle Ausrichtung des Vereins gestellt wurden.

2015 – heute
Professionalisierung
Seit 2015 hat sich der FC Herrliberg als moderner und ambitionierter Verein etabliert. Die ZSU-Frauen stiegen erneut in die 1. Liga auf, das FCH 1 schaffte zum dritten Mal den Aufstieg in die 2. Liga.
Prägend war die Zeit der Corona-Pandemie, als der Spiel- und Trainingsbetrieb für mehrere Monate zum Erliegen kam. Der Verein liess sich davon nicht bremsen: sportlich wurde er unter anderem mit dem ZSU und den B-Junioren FVRZ-Cupsieger und führte die Juniorenabteilung bis in die Youth League.
Gleichzeitig kämpfte der Verein gegen eine Lärmklage, die bis vor Bundesgericht ging, erhielt einen zweiten Kunstrasenplatz und professionalisierte die eigene Organisation mit neuen, breiter abgestützten Strukturen — unter anderem mit der Schaffung der Stelle eines Sportlichen Leiters. Um sich für die nächsten fünfzig, hoffentlich weiterhin erfolgreichen Jahre zu rüsten.

Das Archiv
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