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Matchbericht

FCH Frauen 1: Zittersieg? Nein – Zitter-Remis!

Herrliberg kämpft sich in letzter Sekunde gegen ZSU 2 zurück.

Matchbericht zur Meisterschaft, Frauen 4. Liga, Vorrunde Zürisee United 2 – FC Herrliberg 2:2 (1:0)

Es hätte ein Nachmittag zum Vergessen werden können. Am Ende wird er einer zum Erinnern – auch wenn der Geschmack ein bisschen zwiespältig bleibt. Die Frauen von FC Herrliberg lieferten sich mit Zürisee United 2 einen echten Fight bis zur letzten Minute und retteten sich mit letzter Kraft und einem sehenswerten Freistosstor zu einem 2:2-Unentschieden, das sich anfühlte wie ein Sieg.

Erste Halbzeit: Herrliberg lässt sich einlullen

Von der ersten Minute an tastete man sich ab, doch mit fortschreitender Spielzeit übernahmen die Gastgeberinnen zunehmend das Kommando. Der Warnschuss kam in der 42. Minute: Lea Caluori nutzte eine Unstimmigkeit in der Herrliberger Abwehrreihe nach hohem Ball eiskalt aus und schenkte zum 1:0 ein. Mit diesem Rückstand im Gepäck ging es in die Kabine – und dort wurde Klartext geredet.

Fürchterlicher Aufreger: Das Phantomtor

Die Überschrift gleicht einem neuen Fall der Drei ???, anders lässt sich jedoch nicht beschreiben, was sich gegen Ende der ersten Halbzeit abspielte:

Ein starker Vorstoss der Herrlibergerinnen endete mit einem Abschluss aufs ZSU-Tor, der Ball rollte ins Tor, Jubel, Extase und dann schauten alle gebannt zum Schiedsrichter, der entgegen jeglicher Erwartung entschied auf «KEIN TOR». Der Frust sass tief danach.

Mit einem ärgerlichen Rückstand im Gepäck ging es in die Kabine – und dort wurde sowohl von den Trainern als auch von den Spielerinnen 10 Minuten lang Klartext geredet.

Die erste Halbzeit war geprägt von zu wenig Bewegung und Explosivität nach Ballgewinn – der gegnerische Strafraum wurde dadurch nicht konsequent genug besetzt. Die Kabinenansprache forderte deshalb bessere Organisation auf dem Platz, eine wachsamere Zentrale bei Ballverlusten auf der Mittellinie sowie konsequenteres Verteidigen hoher Bälle als bekannten Schwachpunkt des Teams.

Alptraumstart in die zweite Hälfte

Wie zum Trotz hätte der Start in Durchgang zwei kaum schlechter laufen können. Praktisch mit dem Wiederanpfiff, in der 47. Minute, schlug Zürisee United 2 durch Charlotte Lechner erneut zu – 2:0. Ein Nackenschlag zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, gerade als die Kabinenworte hätten wirken sollen. Doch wer jetzt an Herrliberg zweifelte, hätte es sich zweimal überlegen sollen.

Denn die Antwort liess nicht lange auf sich warten. In der 55. Minute war es Emily Imboden, die den Anschlusstreffer zum 2:1 markierte und damit neuen Glauben in die Reihen der Gäste brachte. Emily zog aus gut 20 Metern ab und versenkte den Ball über Torhüterin und gerade noch unter der Latte, absolut sehenswert und das dringende Lebenszeichen!

Von diesem Moment an übernahm Herrliberg zusehends das Zepter, drückte, rannte an – die Ansprache aus der Kabine war plötzlich auf dem Platz sichtbar.

Danach folgte ein Schlagabtausch, bei dem beide Teams nahe am nächsten Tor vorbeischrammten. Nele Schreiber hielt uns mit einer Glanzparade in der 70. Minute im Spiel, wir hingegen erspielten uns zwar gute Situationen rund um den 16er, so richtig zwingend wurde die gegnerische Torwärtin aber nicht geprüft.

Der Coup in letzter Minute

Und dann, in der 80. Minute, der Moment, auf den ganz Herrliberg gewartet hatte: Lorena Sara Hug schnappte sich den Ball bei einem Freistoss in aussichtsreicher Position – und verwandelte gekonnt unten in linke Eck zum 2:2! Ein Traumtor per ruhendem Ball, das die mitgereisten Fans und die Trainerbank zum Toben brachte und der Mannschaft in letzter Sekunde noch einen Punkt bescherte, der nach der Pausenbesprechung fast schon wie eine Genugtuung wirkte.

Fazit

Ein Spiel der zwei Gesichter: Erst zu passiv, zu behäbig, zu löchrig in der Defensive – dann, nach klarem Wortaustausch in der Kabine, mit Biss, Moral und zwei goldenen Schüssen von Emily und Lorena . Der riesige Freiraum vor dem Sechzehner, fehlende Bewegung bei Umschaltsituationen, eine auf Herz und Nieren geprüfte Abwehr – all das bleibt Hausaufgabe für die kommenden Trainings. Aber der Charakter, den unser Team nach dem 0:2-Rückstand gezeigt hat, ist genau das Fundament, auf dem man aufbauen kann. Und liebe Leser, unter dem Strich bleiben die wackeren Herrlibergerinnen ungeschlagen in der 4. Liga nach drei Spieltagen, «Sackstarch»!

Schon diesen Mittwoch geht es gnadenlos weiter in der Herbstrunde, unsere Gegnerin ist keine geringere als die amtierende Tabellenspitze in Form vom FC Wetzikon, ein Kracher steht also vor der Tür, wenn es wieder heisst: HOPP HERRLIBERG!

Telegramm

Zürisee United 2Heim
2:2 (1:0)
Frauen 1Gast
Datum So. 13.09.2026, 15:00
Wettbewerb Meisterschaft Frauen 4. Liga · Gruppe 4
Ort Widenbad, Männedorf - Platz 1

Verlauf

30 Nr. 4 ersetzt durch Nr. 2 Zürisee United 2
30 Nr. 20 ersetzt durch Nr. 15 Zürisee United 2
42 Lianne Rechberger ersetzt durch Ellen Jufer FC Herrliberg
42 1:0 Zürisee United 2 Nr. 8
46 Nr. 8 ersetzt durch Nr. 12 Zürisee United 2
46 Samara Rechberger ersetzt durch Fabienne Schneider FC Herrliberg
47 2:0 Zürisee United 2 Nr. 9
55 2:1 FC Herrliberg Emily Imboden
55 Fiona Monteleone ersetzt durch Sara Bösch FC Herrliberg
75 Nr. 15 ersetzt durch Nr. 16 Zürisee United 2
80 2:2 FC Herrliberg Lorena Sara Hug

Aufstellung

1 Nele Schreiber
3 Isabella AcamporaC
5 Samara Rechberger ↓46'
7 Fiona Monteleone ↓55'
8 Olivia Schneller
10 Emily Imboden 55'
11 Lorena Sara Hug 80'
12 Neea Emily Wacker
13 Lianne Rechberger ↓42'
14 Marley Huber
18 Alisa Berger

Ersatz

6 Ellen Jufer ↑42'
9 Sara Bösch ↑55'
15 Fabienne Schneider ↑46'
4 Siri Ringdal

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