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Matchbericht

FCH Frauen 1: Derbysieg auf dem Fallacher

Herrliberg gewinnt die erste Aktiv-Partie gegen Küsnacht

Matchbericht zur Meisterschaft, Frauen 4. Liga, Vorrunde FC Küsnacht 3 – FC Herrliberg 2:3

Blauer Himmel über dem Fallacher, Sonne satt und schon vor dem Anpfiff ein gutes Gefühl: Unser Trainerteam und das Küsnachter Pendant tauschten sich freundschaftlich aus, man kennt und schätzt sich – ein Sonntagvormittag, wie man ihn sich als Fussballerin wünscht. Auch unser Team selbst kam bestens erholt und mit einer starken Trainingswoche im Gepäck im Nachbarsdorf an, die Vorzeichen für einen guten Einstand bei den aktiven Frauen standen also nicht schlecht.

Personell gab es eine Anpassung, die nicht geplant war: Fiona Monteleone musste krankheitsbedingt passen. Für sie rückte Ellen Jufer auf den Flügel, während Marley Huber die linke Sturmspitze besetzte – und sollte dafür schon bald mit Zinsen belohnt werden.

Zäher Start, dann der erste Nadelstich

Die Startphase war ein Abtasten auf gutem taktischen Niveau. Küsnacht verteidigte in einer Viererkette, unser Team wie gewohnt mit einer Dreierkette – und genau dieser System-Unterschied prägte die ersten Minuten. Defensiv stand die Gegnerin giftig und kompakt, offensiv wagte sie sich kaum in unsere Hälfte, geschweige denn vor unser Tor. Unser eigenes Mittelfeld wiederum brauchte etwas Anlaufzeit, um ins Spiel zu finden. Gerade mit Umschaltmomenten haderten wir zu Beginn – der Knopf wollte noch nicht so richtig aufgehen.

Umso süsser die Führung aus dem Nichts: Marley zog aus mehr als 16m ab und versenkte den Inbegriff eines «Sunntigsschusses»

23′ 0:1 Marley Huber

Ein Vertrauensbeweis, der sich auszahlte – und ein Ausrufezeichen, bevor Küsnacht überhaupt richtig angekommen war im eigenen Offensivspiel.

Küsnacht erwacht, wir antworten postwendend

Spätestens ab der Trinkpause war der Trend im Spiel unserer Frauen nicht mehr zu übersehen: besser in den Zweikämpfen, besser in den Zwischenräumen, besser ins Spiel. Alles was uns fehlte waren Torabschlüsse. Küsnacht liess sich davon aber nicht beirren und schlug tatsächlich noch kurz vor der Pause zurück – Ellen Holmberg zirkelte den Ball nach dem Motto «was ihr könnt, kann ich schon lange» unter die Latte, für unsere Nele unhaltbar.

43′ 1:1 Ellen Holmberg

Doch was folgte, war Antwort statt Anerkennung: In der ersten Minute der Nachspielzeit liess auch Ellen Jufer die Lederkugel im Netz zappeln. Ein «low driven shot», im Fachjargon, unten rechts platziert, entriss den Küsnachterinnen sofort wieder das aufsteigende Momentum. Ein eiskalter Schlag in den Nacken.

45’+1′ 1:2 Ellen Jufer

Mit diesem undankbaren Halbzeitresultat (das vermaledeite 2:1) ging es verdient und weiterhin hochspannend in die Kabine.

Dort gleich die nächste Geschichte: Fabienne Schneider, die letzten Sonntag noch pausieren musste, durfte nach starken 45 Minuten den Ferienrost abschütteln und es sich auf der Bank gemütlich machen, für sie kam Louva Hug, die bei uns ihr Debut gab und sich auf die Schultern klopfen darf nach einem sehr soliden Auftritt auf der schwierigen 6er-Position. Auch Torschützin Ellen Jufer machte nach ihrem Nachspielzeit-Coup Platz, für sie kam Sara Bösch, die im Cupspiel vor einer Woche schon traf und heiss war auf mehr.

Frischer Wind, frische Beine, klare Chancen

Die Pause tat sichtlich gut. Die Stimmung positiv, das Wetter gab weiterhin alles, alle waren bereit für eine Leistungsspritze. Und genau die legten wir an: Der Start in die zweite Halbzeit glückte, wir setzten die Küsnachterinnen früh unter Druck und merkten schnell, dass ihnen langsam aber sicher die Körner ausgingen.

Es folgten einige richtig sehenswerte Ballstafetten – im Spielaufbau ebenso wie im letzten Drittel rund um den gegnerischen Sechzehner. Auch die eigene Abwehr stand hellwach und lief unzählige Bälle ab. Allen voran marschierte Neea Wacker wieder 90 Minuten ohne Pause die Seitenlinie breit. Besonders erwähnenswert: Vittoria, bereits in der 31. Minute für Siri Ringdal eingewechselt, zeigte nach ihrer langen Verletzungspause eindrücklich, weshalb sie letzte Saison praktisch kein Spiel von Beginn weg verpasste. Schön, bist du zurück Vitti!

Auch das defensive Mittelfeld mit Samara Rechberger und Louva stand noch souveräner als in der 1. Spielzeit und liess in dieser Phase kaum etwas anbrennen. Die ersten 15 Minuten nach dem Wiederanpfiff gehörten klar uns, mit mehreren guten Chancen, die wir uns herausspielten – nur der dritte Treffer wollte sich zunächst nicht einstellen.

Ein Wake Up Call, den niemand abnehmen wollte

Trotz der starken Druckphase schlug das Fussballschicksal zu, wie es das manchmal eben tut: Nachdem der Schiedsrichter einen Abwehrversuch von Nele Schreiber als Ecke quittierte, obwohl sie den Ball augenscheinlich nicht berührte, stach Küsnacht mit ebendiesem Eckball ins gelbschwarze Herz, niemand sah bei dieser Ecke richtig gut da und ein scharfer Ball in die Mitte wurde unhaltbar abgelenkt…

68′ 2:2 Eigentor Nele Schreiber (Ablenker wurde beim FVRZ als Eigentor vermerkt)

Kurz darauf, in der 70. Minute, machte Marley Huber – Torschützin und neben Neea zweite Marathonläuferin dieses Nachmittags – für Enya Brauchli Platz und durfte sich zu Recht ausruhen.

Statt den Kopf hängen zu lassen, antwortete unser Team ein letztes Mal. Emily Imboden, schon im Cupspiel vor einer Woche mit einem goldenen Näschen, war auch diesmal zur Stelle und vollendete eine sehenswerte Ballstafette und einem cleveren Ableger Saras mit einem platzierten Schuss in die untere linke Ecke.

77′ 2:3 Emily Imboden

Dabei blieb es bis zum Schlusspfiff. Die Schlussphase tat den Fingernägeln der Trainer und den zahlreich erschienen Fans gar nicht gut, aber so richtig brenzlig wurde es selbst in der langen Nachspielzeit nicht mehr. Dafür sorgten 11 bissige Herrlibergerinnen, die den Sieg nach Hause trugen.

Was eine Auftaktpartie!

Schlussresultat: 2:3

Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht: Schon kommenden Sonntag geht die Reise weiter nach Hinwil, wieder auswärts, wieder auf fremdem Terrain. Wer heute zeigt, dass er auch nach Rückschlägen den Kopf oben behält, nimmt genau das richtige Rüstzeug mit ins Zürcher Oberland. Der Rucksack ist gepackt, die Körner sind da – wenn es wieder heisst: Hopp Herrliberg! ⚫🟡

Telegramm

FC Küsnacht 3Heim
2:3 (1:2)
Frauen 1Gast
Datum So. 23.08.2026, 11:00
Wettbewerb Meisterschaft Frauen 4. Liga · Gruppe 4
Ort Fallacher, Küsnacht (Itschnach) - Platz 2 (Kunstrasen)

Verlauf

23 0:1 FC Herrliberg Marley Huber
28 Nr. 7 ersetzt durch Nr. 12 FC Küsnacht 3
31 Siri Ringdal ersetzt durch Vittoria Oberer FC Herrliberg
38 Nr. 19 ersetzt durch Nr. 15 FC Küsnacht 3
43 1:1 FC Küsnacht 3 Nr. 8
45+1 1:2 FC Herrliberg Ellen Jufer
46 Nr. 9 ersetzt durch Nr. 13 FC Küsnacht 3
46 Nr. 5 ersetzt durch Nr. 11 FC Küsnacht 3
46 Ellen Jufer ersetzt durch Sara Bösch FC Herrliberg
46 Fabienne Schneider ersetzt durch Louva Aira Hug FC Herrliberg
54 Nr. 2 ersetzt durch Nr. 14 FC Küsnacht 3
68 2:2 FC Herrliberg Nele Schreiber · Eigentor
70 Marley Huber ersetzt durch Enya Lea Brauchli FC Herrliberg
77 2:3 FC Herrliberg Emily Imboden

Aufstellung

1 Nele Schreiber
3 Isabella AcamporaC
4 Siri Ringdal ↓31'
5 Samara Rechberger
6 Ellen Jufer 45+1' ↓46'
10 Emily Imboden 77'
11 Lorena Sara Hug
12 Neea Emily Wacker
13 Lianne Rechberger
14 Marley Huber 23' ↓70'
15 Fabienne Schneider ↓46'

Ersatz

2 Louva Aira Hug ↑46'
9 Sara Bösch ↑46'
16 Vittoria Oberer ↑31'
18 Enya Lea Brauchli ↑70'
7 Fiona Monteleone

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