Samstag, 22.08.2026 FC Greifensee 1 – FC Herrliberg 1 0:3
Nach dem erfolgreichen Start in die neue Saison mit dem 7:0 Cupsieg gegen Oberland United stand für das Fanionteam des FC Herrliberg das erste Meisterschaftsspiel auf dem Programm. Auswärts beim FC Greifensee wollte die Mannschaft von Trainer O. Barreiro den Schwung aus dem Cup mitnehmen und die ersten drei Punkte einfahren. Barreiro legte vor der Partie insbesondere Wert auf die richtige Einstellung und Mentalität. Gegen einen unangenehmen Gegner war von Beginn weg klar, dass es neben spielerischer Qualität auch die nötige Konsequenz in den Zweikämpfen brauchen würde.
Der FCH übernahm früh das Kommando und setzte sich in der gegnerischen Platzhälfte fest. Bereits nach sieben Minuten kam es zu einer ungewöhnlichen Szene. Der Greifenseer Torhüter fing den Ball ausserhalb des Strafraums und musste wenig später verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Da die Gastgeber keinen Ersatztorhüter auf der Bank hatten, musste kurzerhand ein Feldspieler die Handschuhe übernehmen. Ein denkbar undankbarer Saisonstart für Greifensee.
Herrliberg liess sich davon nicht beirren und suchte weiter konsequent den Weg nach vorne. Farah kam in der 11. Minute zu einem ersten gefährlichen Abschluss, der abgefälscht nur knapp am Pfosten vorbeiging. Drei Minuten später war es dann so weit. Gamboni spielte einen präzisen Steilpass durch die Schnittstelle der etwas hüftsteifen Greifenseer Innenverteidigung. Brauchli startete im richtigen Moment, blieb vor dem neuen Torhüter ruhig und schob den Ball sauber in die untere linke Ecke zum 1:0 für den FCH.
Nur vier Minuten später folgte bereits der nächste Treffer. Gamboni wurde gefoult, führte den anschliessenden Freistoss gleich selbst aus und fand mit seiner Hereingabe Vizner. Dieser setzte den Ball per Kopf zum 2:0 in die Maschen. Vizner ist für vieles bekannt, seine Kopfballstärke gehörte bisher allerdings nicht unbedingt dazu. Umso schöner, dass er zum Meisterschaftsstart gleich eine bisher eher gut versteckte Qualität auspackte.
Greifensee versuchte anschliessend, über intensive Zweikämpfe besser in die Partie zu kommen. In der 24. Minute musste Kaiser erstmals ernsthaft eingreifen und parierte einen Abschluss von der linken Seite stark mit einer Hand. Daull verhinderte danach den Nachschuss. Auf der Gegenseite bereitete vor allem Gamboni seinem Gegenspieler einen äusserst unangenehmen Abend und wurde innert kurzer Zeit zweimal nur mit einem Foul gestoppt.
In der 34. Minute belohnte sich Herrliberg für den konzentrierten Auftritt ein drittes Mal. Nach einem Fehlpass der Greifenseer Hintermannschaft schnappte sich Al Abbadie den Ball, liess die Verteidiger mit einem starken Dribbling stehen und vollendete souverän zum 3:0. Der FCH hatte die Partie nun klar unter Kontrolle und ging mit einer verdienten Dreitoreführung in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich am grundsätzlichen Spielgeschehen wenig. Greifensee hielt mit vielen harten Zweikämpfen dagegen, während Herrliberg versuchte, die Partie mit Ballbesitz zu kontrollieren und weiterhin spielerische Lösungen zu finden. Zu nennenswerten Chancen kam es auf beiden Seiten nicht.
Für Gesprächsstoff sorgten dafür zwei Szenen im Greifenseer Strafraum. Zuerst wurde Gamboni aus Herrliberger Sicht regelwidrig gestoppt. Wenige Minuten später räumte ein Verteidiger C. Wyss mit einer durchaus kreativen Mischung aus Zweikampf und Purzelbaum ab. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb in beiden Fällen stumm. Der VAR aus dem imaginären Red+ Videoraum meldete bei beiden Szenen zumindest erheblichen Prüfbedarf an.
Herrliberg liess sich davon nicht aus dem Konzept bringen. In der 69. Minute kam C. Wyss nach gutem Ballbesitzspiel über die Mitte zum Abschluss, setzte diesen aber über das Tor. Insgesamt verlor die Partie in der Schlussphase etwas an Tempo. Der FCH kontrollierte das Geschehen und liess Greifensee laufen, während die Gastgeber kaum noch zu gefährlichen Abschlüssen kamen.
Für einen etwas kuriosen Schlusspunkt sorgte die Nachspielzeit. C. Wyss hatte zuvor bereits eine sehr strenge erste gelbe Karte gesehen. In der 92. Minute übersah der Schiedsrichter ein klares Foulspiel an einem Herrliberger. Wyss versuchte daraufhin, dem Unparteiischen die Situation etwas lautstärker zu erläutern. Dieser war für die spontane Weiterbildung in Regelkunde allerdings nicht sonderlich empfänglich und zeigte stattdessen die zweite gelbe Karte. Damit war die Partie für Wyss kurz vor Schluss beendet. So richtig verstanden, was gerade passiert war, hatte auf dem Platz wohl niemand.
Kurz darauf war Schluss. Der FC Herrliberg gewinnt beim FC Greifensee verdient mit 3:0 und startet damit mit drei Punkten und ohne Gegentor in die neue Meisterschaft.
Mit dem Auftritt darf der FCH zufrieden sein. Gerade in einem schwierigen Auswärtsspiel zeigte die Mannschaft die von Trainer O. Barreiro geforderte Einstellung und Mentalität und hatte die Partie über weite Strecken unter Kontrolle. Gleichzeitig waren bereits erste Ideen des neuen Trainers im Herrliberger Spiel sichtbar. Nach dem deutlichen Cupsieg ist damit auch der Start in die Meisterschaft geglückt.
Weiter geht es am Samstag, 29. August, mit dem nächsten Auswärtsspiel beim FC Niederweningen.
Autor: Oliver Wyss
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