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Matchbericht

FCH 1 – Remis und Sieg in englischer Woche

Das Fanionteam bewegt sich aktuell zwischen einem gelungenen Abschluss und Saisonendblues.


3.6.26, FC Küsnacht 1 – FC Herrliberg 1, 3:3 (3:0)

Mittwochabend, herrliches sommerliches Wetter, perfekter Rasenplatz und Derby gegen Küsnacht, Fussballherz, was willst du mehr. Dies dachten sich wohl auch viele Fussballbegeisterte aus der Region, so waren die Zuschauerränge auf dem Heslibach bestens gefüllt.

Vor dem Spiel war die Stimmung und Begrüssung unter den Teams freundschaftlich, man kennt und schätzt sich. Zumindest für 90 Minuten wurden dann alle Nettigkeiten in der Sporttasche verpackt. Nach der Niederlage gegen Wald wollten die Herrliberger gegen den Nachbarn eine gute Performance abliefern. Leider verlor man das erste und vielleicht wichtigste Duell, die Platzwahl. Ja, wir haben uns alle auf den Sommer gefreut und die Sonne ist ja unser Vitamin-D-Freund, aber an diesem Abend hätte sie sich gerne hinter ein paar Wolken verziehen können. Für die Herrliberger war es eine Herausforderung, im Spielaufbau in die tief stehende Sonne zu blicken und die eigenen, ganz in Schwarz gekleideten Spieler auszumachen. Seis drum, die beiden Teams boten den Fans eine ansprechende erste Halbzeit.

Herrliberg hatte mehr Ballbesitz und das Spiel fand grösstenteils in der Hälfte von Küsnacht statt. Die Feldüberlegenheit konnten die favorisierten Gäste nicht in ein positives Resultat ummünzen. Im Gegenteil strich der FCK den gesamten Ertrag der ersten Halbzeit ein. Das Heimteam ging äusserst bissig zu Werke, verteidigte clever und gewann viele Zweikämpfe. Zudem schaffte es Küsnacht auch immer wieder, sich herauszuspielen und fussballerische Akzente zu setzen. In der 6. Minute verstolperte Herrliberg im Spielaufbau einen Ball in der Vorwärtsbewegung, welchen Küsnacht abluchsen konnte und mittels Konter durch J. Frei herrlich zur 1:0-Führung verwandelte. 9. Minute und erster Eckball Küsnacht. Slapsticktor. Der halbhohe Eckball rutschte bis zu Lichtin durch. Etwas überrascht kann dieser ihn nicht festmachen und beim Klärungsversuch schiesst Lou Brauchli mit Gaube den eigenen Spieler ab, von wo der Ball im Tor landete. 2:0 und einige rieben sich verwundert die Augen.

Das Spiel verlief nach der frühen Zweitoreführung dann ausgeglichen. In der 32. Minute kann der FCH einen Ball nach einem Eckball nicht genügend klären und Küsnachts Spiniello gelang ein Kopfballtor wie aus dem Bilderbuch. Schade für ihn, wurde dies nicht auf einem Video verewigt. Was man den Herrlibergern nun hoch anrechnen muss: Trotz dem 3:0 liess man sich nicht hängen. Im Gegenteil reagierte man mit einer unglaublichen Vehemenz und bis zur Pause erarbeitete man sich einige sehr gute Torchancen, traf aber das leere Tor nicht oder scheiterte am Pfosten.

Mit 3:0 ging es in die Pause. Küsnacht war äusserst effizient und konnte aus fünf Torchancen dreimal reüssieren, während die Gäste aus ihren doch genügend vorhandenen Möglichkeiten nichts Zählbares in die Katakomben mitnahmen. Dies wollte Herrliberg nicht auf sich sitzen lassen und ohne die lästige Sonne im Gesicht, welche sich nun definitiv hinter dem Uetliberg verabschiedet hatte, legte man eine unglaubliche Pace auf den Platz. Auch die taktischen Umstellungen schienen dem Team zu helfen. Innerhalb von 15 Minuten erzielten die Gäste drei Tore und glichen das Skore wieder aus.

Das erste Tor gelang Cavaliere nach herrlichem Chipball von Vizner. Als Zweiter reüssierte Gaube ebenfalls per Kopf, nachdem Vizner den Eckball genau so trat, wie sich dies der Staff in seinen Träumen vorgestellt hatte. Und zum Dritten wieder Gaube, welcher einen Elfmeter souverän verwandelte, nachdem der ansonsten an diesem Abend hervorragend aufspielende Sokolovic etwas zu rustikal zu Werke ging. Nach diesen schnellen drei Toren suchten die Gäste zwar weiterhin das vierte Tor, jedoch fing sich der FCK wieder und verteidigte nun erneut hervorragend.

Bis zum Schluss konnte sich der FCH noch die eine oder andere sehr gute Torchance herausspielen, jedoch wollte kein weiterer Treffer gelingen. Küsnacht, welches offensiv in der zweiten Halbzeit bis zur 75. Minute nicht mehr stattfand, konnte sich aber in der Schlussphase auch offensiv wieder mehrmals gut in Szene setzen und hatte ebenfalls noch Möglichkeiten auf den Lucky Punch. Nach dem Schlusspfiff schienen irgendwie alle zufrieden zu sein. Küsnacht, dass sie einen wichtigen Punkt einfahren konnten, und Herrliberg, da man das Derby nach dem 0:3 noch ausgleichen konnte. Somit ging es nach dem Schlusspfiff rasch wieder freundschaftlich zu und her.

6.6.26, FC Herrliberg 1 – FC Greifensee 1, 4:3 (2:1)

Nach der Vollrunde unter der Woche war für Herrliberg bereits vor dem Greifensee-Spiel klar, dass man nicht mehr um den Aufstieg mitspielen würde. So war es eine Herausforderung, die Spannung hochzuhalten. Dennoch wollte das Heimteam die Meisterschaft nicht verfälschen und daher nochmals zeigen, was man kann. Zudem hat sich leider zwischen den Fanionteams aus Herrliberg und Greifensee in den letzten Jahren in der 2. Liga eine kleine Feindschaft auf dem Platz entwickelt, weshalb man nicht gewillt war, Gastgeschenke zu machen.

Das Heimteam startete flott und ging bereits nach drei Minuten durch I. Lustgarten per Kopf nach einem Eckball in Führung. Leider sah der Unparteiische ein Foulspiel und aberkannte den Treffer. Nur wenig später war der Referee bereits wieder im Mittelpunkt, als er nach einem Zweikampf ein Foul im Strafraum an Gaube sah und auf den Punkt zeigte. Ob es ein Elfer war, wissen wohl nur die involvierten Protagonisten. Gamboni war dies egal und so erzielte er Saisontreffer Nummer 17 und ist damit noch voll im Rennen um die Torschützenkrone.

Das Spiel flachte nach intensiven Startminuten rasch ab. Das Heimteam schaffte es nicht, den Fokus hochzuhalten und leistete sich zahlreiche Fehlpässe und ungenaue Zuspiele. Dazu wurden viel zu viele Bälle ideenlos ins Sturmzentrum geschlagen, wo sie zu 90 Prozent in den Armen von Da Costa landeten. Greifensee auf der anderen Seite schaffte es, trotz dem intensiven Spiel am Donnerstagabend gut mitzuhalten und der Ausgleich in der 23. Minute war nicht unverdient. Das Heimteam verlor daraufhin noch mehr den Faden und musste froh sein, nicht gar in Rückstand zu geraten. Genau in dieser Phase traf O. Wyss in der 30. Minute per Kopf nach einer weiteren gelungenen Vizner-Ecke.

Nach der erneuten Führung hatte das Heimteam dann die beste Phase des Spiels. Bis zur Pause fand man zur alten Heimstärke zurück und kombinierte sich immer wieder herrlich auf engstem Raum durch. Endlich kamen die Zuschauer wieder in den Genuss der Herrliberger Heimstärke. Das 3:1 vor der Pause gelang dann nicht mehr.

Die zweite Halbzeit konnte man dann nur noch mit viel Goodwill als 2. Liga-Niveau beschreiben. Dem Heimteam gelang nicht mehr viel und wieder leistete man sich zahlreiche Unzulänglichkeiten. Dem Gast vom anderen See merkte man doch etwas den Tag weniger Pause an, weshalb das Spiel immer verfahrener wurde. Herrliberg konnte nur wenige Angriffe schön zu Ende spielen und einer davon bedeutete das zwischenzeitliche 3:1 mit einem tollen Angriff über Gamboni, Lou Brauchli, Gaube und den mit rechts einnetzenden Vizner. Nur fünf Minuten später aber wieder Tor Greifensee, nach einem nicht weniger schönen Angriff als beim Heimteam.

Nach einem bombastischen Weitschusstor von A. Lustgarten in der 88. Minute schien mit dem 4:2 die Messe gelesen zu sein. Doch Greifensee schlug das heilige Buch nochmals auf und verkürzte in der Nachspielzeit zum 4:3. Und nun lag der Ausgleich zum 4:4 in der Luft. Eigentlich fiel er auch noch. Die Bank von Greifensee sprang in der 96. Minute bereits auf, als der Ball nach einem Eckball sich auf den Weg Richtung Tor machte. Wie aus dem Nichts tauchte aber plötzlich Vizner auf der Linie auf und rettete in absoluter Extremis. Viel Pech für die Gäste, da das Spiel kurz darauf zu Ende war. Es wäre falsch zu sagen, der Sieg wäre unverdient, aber ebenso wäre es falsch zu behaupten, Greifensee hätte sich einen Punkt nicht verdient gehabt. Denn die in Türkis spielenden Gäste hielten gut mit und zeigten nach den Gegentoren immer viel Moral und eine umgehende Antwort.

Für einmal schien es sogar eine friedlichere Partie zwischen diesen beiden Teams zu bleiben als in der Vergangenheit, auch wenn sich die Bank der Gäste noch den gelben Karton abholte. Leider konnten es nicht alle Spieler des Gastteams auf dem Weg zurück zu den Spielerbänken lassen, die abgenutzte Geige hervorzuholen und wieder die alte Leier zu spielen, welche wie bei den letzten zwei Herrliberger Siegen die Schuld bei Schiedsrichtern suchte, die bewusst den FCH bevorzugen sollten. Diese Meinung darf man durchaus vertreten, es ist ein freies Land, in dem Meinungsfreiheit grossgeschrieben wird. Das Ganze entzieht sich aber jeglicher Logik, da das SR-Gespann vom OFV gestellt wurde und aus dem hintersten Zipfel der Ostschweiz, gleich an der Grenze zum Nachbarland Österreich, kommt. Mehr als dass Herr Blocher in Herrliberg wohnt, wussten die Herren über die PLZ 8704 wohl nicht, geschweige denn, dass sie irgendwelche Trainer oder Spieler kennen würden. Daher liess sich das Heimteam diese Provokation nicht einfach bieten, weshalb es nochmals kurz hektisch wurde. Die Nerven beruhigten sich dann schnell wieder und es mussten keine zusätzlichen Karten verteilt werden. Zum Schluss muss man anerkennen, dass die drei OFV-Referees einen soliden Match ablieferten und ihr Niveau definitiv höher war als das, was die beiden Teams fussballerisch auf dem Teppich zeigten.

Greifensee wird auch dieses Jahr den Klassenerhalt schaffen, das haben die Unabsteigbaren einfach drauf und dafür zollt man ihnen, auch aus Herrliberg, den nötigen Respekt. Sowohl beim FCH als auch beim FCG steht nächste Saison ein neuer Staff an der Seitenlinie. Es ist zu hoffen, dass dadurch die Duelle unter einem neuen Stern stehen und etwas freundschaftlicher über die Bühne gehen werden.

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